Altes Wasserrad

Vor über 2000 Jahren schrieb der römische Baumeister VITRUVIUS in seinem Werk
DE ARCHITECTURA LIBRI DECEM, LIBER DECIMUS, V:
1. Es werden aber auch in Flüssen Schöpfräder nach den gleichen, oben beschriebenen Methoden gebaut. Ringsum werden an ihren Mänteln Schaufeln befestigt, und wenn diese von der Wasserströmung erfasst werden, zwingen sie durch ihr Vorrücken das Rad, sich herumzudrehen. So schöpfen sie mit den Kästen das Wasser, tragen es, ohne dass Arbeiter eine Tretvorrichtung in Bewegung setzen, durch die Strömung des Flusses in Drehung versetzt, nach oben und liefern so das Wasser ab, das notwendig gebraucht wird.
2. Nach demselben Prinzip werden auch Wassermühlen getrieben, bei denen sonst alles ebenso ist, nur ist an dem einen Ende der Welle ein Zahnrad angebracht. Das ist senkrecht auf die hohe Kante gestellt und dreht sich gleichmäßig mit dem Rad in derselben Richtung. Anschließend an dieses größere Zahnrad ist ein (kleineres) Zahnrad horizontal angebracht, das in jenes eingreift. So erzwingen die Zähne jenes Zahnrades, das an der Welle (des Schaufelrades) angebracht ist, dadurch dass sie die Zähne des horizontalen Zahnrades in Bewegung setzen, eine Umdrehung der Mühlsteine. Bei dieser Maschine führt ein Rumpf (Mühlentrichter), der darüber hängt, das Getreide zu, und durch dieselbe Umdrehung wird das Mehl erzeugt.
Quelle: Vitruv, Zehn Bücher über Architektur, Übersetzt und mit Anmerkungen versehen von
Dr. Curt Fensterbusch, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt,
2. Auflage 1976, Seite 483 f.
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Zusammengestellt am 25.10.2001, letzte Änderung am 23.09.2012