Energiewende - warum?

Angesichts knapper werdender fossiler Brennstoffe werden die erneuerbaren Energien die Grundlage für die Weltwirtschaft der Zukunft sein.

Nachdem das Erdöl im 20. Jahrhundert für einen weltweiten Wirtschaftsboom sorgte, ist das Maximum der Förderung absehbar. In der Studie Die Grenzen des Wachstums, die 1972 vom Club of Rome veröffentlicht wurde, hieß es: Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.1

Angesichts steigender Kosten für die Erschließung weiterer Vorräte von Kohle, Öl und Gas wird in den Industriestaaten nach Alternativen gesucht. Die Kernenergie wird seit den Katastrophen von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 nur noch von wenigen Ländern als zukunftsweisende Technologie gesehen. Weltweit wird mehr elektrischer Strom aus Wasserkraft als aus Kernenergie gewonnen.

Die gegenwärtige elektrische Stromversorgung erfolgt in den Industrieländern noch überwiegend durch zentrale Großkraftwerke (Anlagen ab 50 MW). Sofern diese mittel- und langfristig durch viele dezentrale Windkraftanlagen (jeweils bis z.Zt. 7 MW) und Wasserkraftwerke ersetzt werden, ist ein Umbau der Netze erforderlich - insbesondere zur Anbindung von Offshore-Windkraftanlagen.

Elektrischer Strom aus Photovoltaik kann in Deutschland nur teilweise zur Energieversorgung beitragen und erfordert die Weiterentwicklung der Speichertechnologien, um aus den Überschüssen einen Vorrat für sonnenarme Zeiten zu sammeln.

Die Entwicklung weg von Kernenergie und fossilen Energieträgern hin zu den erneuerbaren Energien wird als Energiewende bezeichnet. Es ist ein historischer Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte.

Weitere Ausführungen zu diesem Thema folgen.

1Meadows u. a.: Die Grenzen des Wachstums. Übersetzung von Hans-Dieter Heck, 14. Auflage, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1987, Seite 17
Erstellt am 01.08.2013, zuletzt geändert am 04.08.2013